18. März 2019 Publiziert in FAQ geschrieben von 

FAQ aus Journal 03/2019

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Frage 1:
Wir setzen eine Metall-Spachtelmasse in einem Automotive-Produkt ein. Leider ist der Hersteller nicht in der Lage, uns einen entsprechenden Datensatz zu liefern. Es wird nur auf die Sicherheitsdatenblätter verwiesen, die uns zugesendet worden sind.

Wie ist nun weiter zu verfahren bzw. welche Möglichkeit besteht, das angewendete Produkt in dem von uns erstellten IMDS-Datensatz gegenüber unserem Kunden aufzuführen? Wie verfährt man generell mit Produkten, von denen kein IMDS-Datensatz verfügbar ist?

Antwort:
Das IMDS-Regelwerk (IMDS General Rules and Guidelines) besagt, dass die Materialdaten entlang der Lieferkette weitergegeben werden müssen. Regeln sind laut Definition verbindliche Anforderungen.

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Eine weitere Regel besagt, dass die verwendeten Materialien im IMDS in ihrem Endzustand beschrieben werden müssen. Ein Sicherheitsdatenblatt beinhaltet diese Informationen in der Regel nicht, wie in Richtline 4.4.1.b steht.

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Wenn der Hersteller die Daten nicht im IMDS eintragen kann/will, empfehlen wir, den Werkstoff im Endzustand im Labor analysieren zu lassen. Das Labor gibt die Zusammensetzung bekannt und diese Daten können dann im IMDS angeben werden. Gern unterstützen wir Sie dabei, den Kontakt zu einem Labor herzustellen. Sprechen Sie uns an.

Frage 2:
Ich habe eine Frage zu der Informationspflicht von Stoffen auf der SVHC Kandidatenliste nach Artikel 33 Absatz 1 der REACh-VO.

Seit Ende Juni 2018 ist Blei auf der Kandidatenliste. Wir haben viele Artikel aus einer Kupferlegierung mit Blei >0,1%, bisher habe ich keinerlei Info nach Artikel 33 Absatz 1 von unseren Lieferanten erhalten. Normalweise müsste ich doch von unseren Lieferanten zu dem Stoff die Information nach Artikel 33 Absatz 1 erhalten?

Wir haben Lieferanten die im IMDS deklarieren und Lieferanten im Bereich Maschinenbau, die den Werkstoff nicht weiter deklarieren. Ist die Deklarierung im IMDS ausreichend und keine weitere Info notwendig?

Nach O5A Prinzip ist ein Teil, das einzeln verkauft werden kann, immer ein Teil.
Wie ist es mit der Informationspflicht zu sehen?

Antwort:
Blei (EG-Nr. 231-100-4; CAS-Nr. 7439-92-1) wurde am 27.06.2018 in die Kandidatenliste aufgenommen. Seit diesem Datum gelten zwei Anforderungen für Erzeugnisse laut REACH:

  1. Artikel 7(2) : Benachrichtigung an ECHA unter bestimmten Bedingungen.
  2. Artikel 33 : Pflicht zur Weitergabe von Informationen über Stoffe in Erzeugnissen. Das betrifft Ihre Fragen.

Sobald ein Stoff der Kandidatenliste mit mehr als 0,1% (Massenprozent) in einem Erzeugnis enthalten ist, stellen Sie Ihrem Kunden für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses ausreichende Informationen zur Verfügung, mindestens geben Sie den Namen des betreffenden Stoffes an.
Die REACH-Verordung sagt nicht, auf welche Weise Sie Ihre Kunden Informieren sollen. Das kann per Brief, E-Mail oder durch das IMDS gemacht werden. IMDS ist dafür ganz gut geeignet, weil diese Datenbank spezifisch für Materialen entwickelt wurde. Aber wenn Ihr Kunde das IMDS nicht nutzt, sollten Sie ihn anderweitig informieren (Brief, E-Mail…).

In Ihrem Fall, da Sie mehr als 0,1% Blei in der Kupferlegierung haben, müssen Sie Ihren B2B-Kunden sofort informieren.
Beispiel : Sie kaufen eine Nut aus Kupferlegierung bei einem Lieferanten. Die Nut beinhaltet 3% Blei Massenprozent. Sie erzeugen einen Zusammenbau aus der Nut des Lieferanten mit einer Schraube aus Stahl, die Sie selbst herstellen. Um Artikel 33 zu erfüllen, sollten Sie:

  1. sicher sein, dass das MDB über Ihren Zusammenbau beim Kunden vorliegt und
  2. eventuell ausreichende Informationen für eine sichere Verwendung des Erzeugnisses mitteilen. Zum Beispiel: „Bei der Handhabung von den Nuten Handschuhe tragen“.

Die sichere Verwendung des Erzeugnisses betrifft nur den Stoff der Kandidatenliste.

REACH gilt in der EU. Wenn Ihr Lieferant nicht in der EU sitzt, hat er keine Pflicht, Sie über Stoffe von der Kandidatenliste zu informieren. Sie bleiben für die Übereinstimmung der Zusammensetzung der Nut laut Artikel 33 verantwortlich. Ein Lieferant innerhalb der EU muss Ihnen die Informationen laut Artikel 33(1) sofort mitteilen. Ihr Lieferant ist für die Übereinstimmung der Zusammensetzung der Nut laut Artikel 33 verantwortlich.

O5A (Once An Article, Always An Article) wird durch die Benutzung des IMDS im Fall Ihres Kupferteils erfüllt. Auch wenn das Kupferteil in einen Zusammenbau montiert wird, ist die Information „Blei in Kupferteil“ noch für den OEM verfügbar.
Mehr Informationen finden Sie auf der ECHA-Website unter https://echa.europa.eu/de/candidate-list-obligations.

Frage 3:
Bei meinem IMDS-Eintrag bekomme ich die Fehlermeldung „Mehr als 10% nicht definierte Reinstoffe“. Können Sie mir weiterhelfen?

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Antwort:
Die Fehlermeldung kommt von den großen Rohstoffschwankungen.

In Ihrem Fall werden beispielsweise 55,0-65,0% Polyvinychlorid, 30,0-36,0% Bis(2-ethylhexyl)terephthalat, 1,0-3,0% Sojabohnenöl und 0,0-1,0& weitere Additive angegeben.

Um Fehlermeldungen zu vermeiden, müssen mindestens 90% der Werkstoffe deklariert werden. Dafür rechnet man die bekannten Mindestmengen zusammen. Also 55,0 + 30,0 + 1,0 = 86,0%. Somit sind mehr als 10% nicht deklariert, was zur Fehlermeldung führt. Unten finden Sie die zugehörige Richtlinie und ein Rechenbeispiel.

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Letzte Änderung am Dienstag, 19 März 2019 10:20

Adresse

Waschweg 3, 61276 Weilrod, Germany 
E-Mail: info@imds-professional.com
Tel: +49 60 83.91 30-30
Fax: +49 60 83.91 30 930

 

 

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