02. Juli 2019 Publiziert in FAQ geschrieben von 

FAQ aus Journal 07/2019

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Frage 1:

Einer unserer Kunden verlangt von uns, den Anwendungsfall gemäß ELV Annex II eines Bauteils zu bestimmen. Jedoch kann ich hier keinen Anwendungsfall auswählen, da der erforderliche Reiter nicht vorhanden ist.
Meine Frage daher: Ist es überhaupt möglich, für ein Halbzeug einen Anwendungsfall einzustellen oder muss der Eintrag neu angelegt werden, nur dieses Mal als vollwertiges Teil?

Antwort:

Sie haben vollkommen recht. Der Anwendungsfall (Applikation-Code) wird erst dann gesetzt, wenn das Halbzeug in ein Teil referenziert wird. Also, unseres Erachtens nach können Sie keinen Anwendungscode setzen.

FAQ1 01

FAQ1 02

Frage 2:

Gibt es eventuell LED-Daten von ZVEI, die für alle LEDs gelten?

Hintergrund dieser Frage ist folgender Ablehnungstext in Bezug auf LED im ZVEI PCB-Assy:

„Please declare the missing LED , this is not covered by the published data sheet from ZVEI because of the declarable substances like Indium, Galium arsenide, etc .
Please ask your LED supplier to send to you the IMDS data sheet and report it in your IMDS data sheet.“

Antwort:

Es gibt keine publizierten LED vom ZVEI oder anderen Verbänden im IMDS. Somit müssen Sie die LED-MDB bei Ihren Lieferanten anfragen.

Frage 3:

Warum werden meine MDB mit deutscher Werkstoffbezeichnung seit Neuestem abgelehnt?

Antwort:

Seit Mai haben wir im IMDS das neue Release 12 und die Werkstoffbezeichnungen werden seitdem nicht mehr auf Deutsch unterstützt. Daher müssen nun alle Werkstoffbezeichnungen in der englischen Sprache gepflegt werden. Wenn Sie beispielsweise in einem Werkstoff-MBD „HAL bleifrei“ stehen hatten und dieses nun kopieren, erscheint die deutsche Bezeichnung im Englischen Feld. Dies ist nicht zulässig, Sie müssten es durch „HAL leadfree“ ersetzen.
Es zählt diese Regel aus Rec001:

FAQ3 01

Bitte ebenfalls beachten:

FAQ3 02

Frage 4:

Mir werden von Daimler immer wieder Werkstoffe mit folgender Begründung abgelehnt: Bitte keine verschiedenen Werkstoffe mischen. Jeder homogene Werkstoff ist separat zu deklarieren. Siehe IMDS Recommendation 001.
Please do not mix different materials. Report each homogenous material separately. Please read IMDS Recommendation 001

Antwort:

Nicht selten werden Werkstoffe im IMDS abgelehnt. Ein häufiger Grund ist die Mischung und Zusammenfassung von verschiedenen Werkstoffen. Anhand zweier Beispiele erläutern wir Ihnen, was bei homogenen Werkstoffen zu berücksichtigen ist.

Bei homogenen Werkstoffen ist die Definition genau zu beachten. Unter homogen wird eine durchweg gleichartige Materialzusammensetzung verstanden, die mechanisch nicht in unterschiedliche Werkstoffe zerlegt werden kann. Unter mechanischer Zerlegung wird in diesem Fall eine grundsätzlich mögliche Trennung durch mechanische Verfahren verstanden wie z.B. abschneiden, abdrehen, abschleifen. Beispiele von homogenen Werkstoffen sind: Kunststoffe, Metalle, Legierungen und Beschichtungen.

Dies ist die Definition, die der zuständige Kreis im VDA beschlossen hat. Sie basiert auf der Definition der Rechtsabteilung der EU und wird darüber hinaus sowohl von der europäischen Automobil Industrie (ACEA) als auch von den Automobilverbänden der anderen Regionen mitgetragen.

Beispiel:
Sie sehen im Schaubild 1 einen Werkstoff namens "copper wire". Dieser Werkstoff beinhaltet den Reinstoff "Kupfer" und ein Basispolymer namens PVC (Polyvinylchlorid) für die Isolatorhülle.

Schaubild 1:

FAQ4 01

Der Kupferanteil und der PVC-Anteil lassen sich nach dessen Verarbeitung mechanisch voneinander trennen, daher müssen Kupfer und PVC im IMDS in Form getrennter Werkstoffe angegeben werden. Der oben gezeigte Werkstoff muss daher im IMDS abgelehnt werden, er ist nicht "homogen"!

Das folgende Schaubild zeigt ein Beispiel, wie "copper wire" im IMDS richtig aussehen könnte:

Schaubild 2:

FAQ4 02

Kupfer und das Basispolymer PVC sind als getrennte Werkstoffe angegeben (grüne Symbole). In diesem Fall ist "copper wire" ein Halbzeug (gelbes Symbol), da die Isolatorhülle Bestandteil des Kupferkabels ist.

Gelesen 9240 mal
Letzte Änderung am Dienstag, 02 Juli 2019 11:11

Adresse

Waschweg 3, 61276 Weilrod, Germany 
E-Mail: info@imds-professional.com
Tel: +49 60 83.91 30-30
Fax: +49 60 83.91 30 930

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.