REACH/SVHC: Informationspflichten

Gemäß REACH/SVHC sind diverse Informationspflichten zu erfüllen. So regelt Artikel 33 der REACH-Verordnung die Berichtspflichten innerhalb der Lieferkette und gegenüber privaten Verbrauchern. Hersteller von Erzeugnissen („Teile“ im IMDS) müssen gegenüber dem Empfänger ihre Informationspflicht erfüllen, wenn ein Stoff aus der REACH-Kandidatenliste mit einem Gewichtsanteil von 0,1 Prozent oder mehr enthalten ist.

In diesem Fall müssen alle nachgeschalteten Akteure in der Lieferkette unverzüglich über die enthaltenen „besonders besorgniserregenden Reinstoffe“ (Substances of Very High Concern, SVHC) in Kenntnis gesetzt werden, indem diese benannt und gegebenenfalls Informationen zum gefahrlosen Umgang zur Verfügung gestellt werden.

Umgekehrt greift nach Artikel 34 die Informationspflicht für Anwender, falls diese über neue Informationen zu einem dieser besorgniserregenden Stoffe verfügen. Auch Verbraucher haben ein Anrecht darauf, über die SVHCs in Produkten informiert zu werden. Dazu müssen sie lediglich eine Anfrage stellen. Unternehmen müssen diese innerhalb von 45 Tagen beantworten, indem sie den Stoff benennen und auch hier gegebenenfalls Informationen zum sicheren Umgang bereitstellen.

Die SVHC-Reinstoffe im IMDS-System

Die REACH-Kandidatenliste wird zweimal jährlich aktualisiert. Nach jeder Aktualisierung müssen die Hersteller im IMDS überprüfen, ob von ihnen verwendete Reinstoffe, die zuvor als Reinstoff-Joker (Platzhalter) oder als „vertraulich“ gekennzeichnet waren, eine Status-Änderung erfahren haben.

Wurde der Reinstoff in die Kandidatenliste aufgenommen, so muss der Hersteller ein neues Materialdatenblatt (Material Data Sheet) erstellen und an seine Kunden weitergeben. Alle bereits existierenden Materialdatenblätter überprüft das IMDS-System automatisch nach jeder Aktualisierung. Als „vertraulich“ markierte SVHC-Reinstoffe werden dabei erkannt und die betroffenen Unternehmen erhalten eine Mitteilung darüber, dass das betreffende Materialdatenblatt geändert werden muss.

Ob Platzhalter bzw. „Joker“ in die Liste der besorgniserregenden Reinstoffe aufgenommen wurden, müssen die Hersteller noch immer manuell überprüfen. Auch hier muss gegebenenfalls eine neue Materialdatenblatt-Version erstellt und an die Kunden versendet werden. Die SVHC-Reinstoffe werden im IMDS im Baum unterstrichen dargestellt. Materialdatenblätter können auch manuell nach diesen Stoffen durchsucht werden (über die Funktion „Auswertungen“/„Verwendungsnachweis“).

Die meisten Reinstoffe der REACH/SVHC-Kandidatenliste werden in die GADSL aufgenommen, eine Liste von verbotenen und deklarationspflichtigen Stoffen im Automobilbau. Sie können dann weder als vertraulich markiert, noch durch Joker ersetzt werden.

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