Konfliktmineralien

imds professional bietet umfangreiche Service- und Consultingleistungen im Bereich Konfliktmineralien und unterstützt Unternehmen dabei, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zu Konfliktmineralien zusammengestellt:

Was sind Konfliktmineralien?

Im Juli 2010 hat der US-Kongress das „Wall-Street-Reform- und Konsumentenschutzgesetz“ („Dodd-Frank Act“) verabschiedet. Unter anderem verpflichtet es Unternehmen zur Dokumentation und Publizität, wenn sie in ihren Produkten oder zu deren Herstellung so genannte Konfliktmineralien („conflict minerals“) verwenden. Zu diesen zählen unter anderem Koltan, Gold, Kassiterit (Zinnerz), Wolframit sowie ihre Derivate, also zum Beispiel Zinn, Tantal oder Wolfram.

Warum haben Konfliktmineralien eine solche Brisanz?

Alle Unternehmen, die von dieser Regelung betroffen und in den USA börsennotiert sind, müssen seit dem 31. Mai 2014 einen jährlichen Bericht an die US-Börsenaufsicht (SEC) abgeben. In diesem muss offengelegt werden, ob die verwendeten Mineralien aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) oder deren Nachbarstaaten („DRC-Länder“) stammen, und inwiefern sie für das Produkt tatsächlich „notwendig“ sind. Ist dies der Fall, müssen die Unternehmen genau darlegen, woher die kritischen Mineralien stammen. So soll sichergestellt werden, dass keine Materialien verwendet werden, die den bewaffneten Konflikt in der Region finanzieren oder diesem nützen.

Sofern die Mineralien tatsächlich aus einem der DCR-Länder kommen, muss ein „Konfliktmineralienbericht“ erstellt werden. Er erläutert detailliert, welche Anstrengungen unternommen wurden, um die Herkunft der Materialien zu klären und sicherzugehen, dass durch ihren Einsatz weder direkt noch indirekt bewaffnete Gruppen unterstützt werden. Dieser Bericht muss zudem von unabhängiger Stelle geprüft werden. Betroffene Unternehmen müssen für das jeweils vergangene Kalenderjahr Rechenschaft ablegen, unabhängig vom Ende ihres Geschäftsjahres. Der Bericht wird jeweils am 31. Mai jedes Jahres für das vorangegangene Jahr fällig.

Die Beweispflicht gilt für jene Materialien, die seit dem 1. Januar 2013 in den Verwertungsprozess einfließen. Ausgenommen hiervon sind Materialien, die sich zu diesem Datum „außerhalb der Lieferkette“ befinden, also beispielsweise Lagerbestände oder Erze, die bereits verarbeitet wurden, jedoch noch nicht in die Wertschöpfungskette des Endverarbeiters eingeflossen sind. Eine zweijährige Übergangsfrist erlaubt zudem, Mineralien als „Kongo-konflikt-undeterminierbar“ zu beschreiben (anstatt „Kongo-konfliktfrei“). Für Kleinunternehmen beträgt diese Übergangsfrist vier Jahre. Durch die globalen Lieferketten sind voraussichtlich rund 195.000 Firmen weltweit von der neuen Beweispflicht betroffen. Auf die betroffenen US-Firmen kommen durch das neue Gesetz schätzungsweise Kosten von mindestens drei bis vier Milliarden Dollar jährlich zu.

Ein Bericht der Non-Profit-Organisation „Enough Project“ stellt HP als eines der Unternehmen heraus, die sich besonders positiv bei der Reduzierung von Konfliktmineralien (conflict minerals) innerhalb der Lieferketten hervortun.

Was bedeutet das Gesetz für die Lieferkette?

Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, ist es nicht ausreichend, lediglich die Inhaltsstoffe der eigenen Teile und Werkstoffe zu überprüfen. Vielmehr muss jährlich darüber berichtet werden, ob Conflict Minerals, die für die Funktion oder die Herstellung eines Produktes „notwendig“ sind, aus DRC-Ländern stammen. Ob dies der Fall ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Mineral ein unverzichtbarer Bestandteil des Endproduktes ist und bewusst dort verwendet wurde, also nicht durch die Verunreinigung eines anderen Produktes entstanden ist, wie es beispielsweise bei Zinnrückständen in Stahl der Fall sein kann.

Einige Unternehmen informieren ihre Lieferkette bereits über die neue Anforderung und bitten Zulieferer, jene Teile zu ermitteln, die Konflikt-Mineralien oder deren Derivative enthalten. Anschließend sollten die Lieferketten jener Teile und die Hütten, die mit diesen in Verbindung stehen, identifiziert werden. Schließlich muss geprüft werden, ob die identifizierten Stoffe aus Schrott beziehungsweise aus recyceltem Material gewonnen wurden oder tatsächlich aus Konflikt-Minen stammen.

Für diese Vorgänge stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, die Recherche und Berichterstattung vereinfachen. Einerseits kann manuell recherchiert und berichtet werden. Ein Excel-Tool hierfür kann unter www.conflictfreesmelter.org heruntergeladen werden. Allerdings ist dieser Weg – mit zunehmender Länge der Lieferkette – unter Umständen sehr unübersichtlich und zeitraubend. Alternativ können die Systeme IMDS und CDX genutzt werden, um Konfliktmineralien zu recherchieren beziehungsweise zu deklarieren.

So ist eine Analyse ohne das Wälzen zahlreicher Excel-Dokumente möglich und das Datenblatt bzw. die gelieferte Ware kann schnell zusammengebaut werden. Anleitungen zum Umgang mit dem IMDS und dem CDX finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Konfliktmineralien im IMDS-System

Das IMDS ist ein Datenbank- und Archivierungssystem für Unternehmen der Automobilindustrie. Im Folgenden erläutern wir den Umgang mit Konfliktmineralien im IMDS-System. Anhand der Screenshots können Sie die Vorgehensweise leicht nachvollziehen. Über das IMDS kann allerdings nur ermittelt werden, ob Konfliktmineralien in den Werkstoffen enthalten sind. Deklarationen sind nur im CDX-System möglich (siehe nächster Abschnitt).

Die Konfliktmineralien lassen sich im IMDS über einen Filter („Conflict Minerals“) anzeigen. Dabei weisen die blauen Dreiecke die Reinstoffe aus: die kleinste chemische Einheit, aus der ein Werkstoff bestehen kann.

Da „Conflict Minerals“ im IMDS eine eigene Gruppe von Reinstoffen bilden, kann man über den Menüpunkt „Verwendungsnachweis“ (früher: Menüpunkt "Auswertungen") auch ganz gezielt nach diesen suchen: entweder „regelbasiert“, also in eigenen und empfangenen Einträgen, oder „individuell“, also beispielsweise in bereits publizierten Einträgen.

Konfliktmineralien im CDX-System

CDX als System von DXC Technology unterstützt verschiedene Industriezweige dabei, nationale und internationale Auflagen einzuhalten. Dazu zählen nicht nur REACH, RRR, RoHS, WEEE, ELV oder HKC, die sich auf das Recycling und die Verarbeitung gefährlicher Stoffe beziehen, sondern auch das US-Gesetz zu Konfliktmineralien sowie ab 2021 die EU-Richtlinie.

DXC Technology bietet Lösungen an, um die Deklaration und die Berichterstattung zu unterstützen: Mit dem ganz neuen Conflict Minerals Analyzer (CM Analyzer) können Anwender ihren Datenbestand für CM-Reports analysieren. Der weiterentwickelte Conflict Minerals Declaration Manager (CMD Manager) steht im CDX-System mit komfortablen Analyse- und Qualitätsfunktionen zur Erfüllung der Berichtspflicht zur Verfügung.

Ergänzend zum CMD Manager wurde im CDX auch eine Conflict-Mineral-Gruppe angelegt, die Sie bei der Analyse der Bill-of-Materials-Struktur (BOM-Struktur) unterstützt. Bei der Liste der Reinstoffe in dieser Gruppe handelt es sich jedoch nicht um eine vollständige Auflistung, sondern um Reinstoffe, die üblicherweise in Fertigteilen verwendet werden. Es gibt allerdings noch zahlreiche weitere Verbindungen, die für die Produktherstellung notwendig, aber im Teil selbst nicht enthalten sind.

Um die Struktur eines einzelnen Materialdatenblatts (MDB) zu analysieren, kann das Pull-Down-Menü genutzt werden. So lassen sich Conflict Minerals ähnlich den REACH-SVHC oder RoHS-Reinstoffen hervorheben. Über „Analyse, Verwendung, Reinstoff-Liste“ ist zu erfahren, welche Teile Konflikt-Mineralien enthalten. Dies hilft dabei, jene Zulieferer zu identifizieren, von denen weiterführende Informationen benötigt werden.

Die nächsten Schritte: Was ist zu tun?

Nach der Identifikation fraglicher Teile und Zulieferer sind die nächsten Schritte von den Anforderungen des eigenen Unternehmens bzw. der Kunden abhängig. So werden möglicherweise einige Kunden formale Berichte zum Einsatz von kritischen Mineralien anfordern. Über das Anlegen einer CMD kann innerhalb des CDX mit den Zulieferern kommuniziert werden.

Sofern ein Unternehmen an die SEC berichtet, wird es möglicherweise Unterstützung für diesen Bericht anfordern. Auch wenn CDX-Standard-Werkstoffe verwendet werden, die potenziell konfliktträchtige Stoffe enthalten, sollte eine CMD von dem Zulieferer angefordert werden. Hierzu kann ebenfalls das CDX genutzt werden, unabhängig davon, ob die Information zum Produkt bereits dort aufgeführt ist.

Wie wir helfen

Durch das neue Gesetz geraten weltweit tausende von Unternehmen unter Beweisdruck. Für viele Firmen ist es schwierig, die Herkunft von Mineralien nachzuweisen, da zahlreiche komplexe Einzelschritte zwischen der Rohstoffgewinnung und der Herstellung des Endproduktes liegen. Außerdem sind die neuen Bestimmungen kompliziert. Zu den unzähligen Anfragen aus der Lieferkette zu verarbeiteten Stoffen kommt mit den Konfliktmineralien eine weitere hinzu. Kaum ein Unternehmen kann die Beantwortung und Verwaltung dieser Anfragen und die notwendige Berichterstattung noch manuell bewältigen.

Hier hilft imds professional mit Fachkompetenz, Kontakten und fundiertem Know-how im Bereich Materialrecherche und Material Compliance Management. Wir unterstützen Unternehmen dabei, die gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Konfliktmineralien zu erfüllen. So kann vermieden werden, dass ein Unternehmen wertvolle Zeit und Geld verschenkt oder gar Fehler macht, die sich negativ auf den Ruf der Firma auswirken. Viele Unternehmen vertrauen bereits der jahrelangen Expertise von imds professional im Bereich Material Compliance und lassen sich von uns zum Thema Konfliktmineralien beraten und unterstützen.

Weiterführende Links finden Sie in unserem Info-Point Konfliktmaterialien.

Adresse

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E-Mail: info@imds-professional.com
Tel: +49 60 83.91 30-30
Fax: +49 60 83.91 30 930

 

 

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