SCIP-Datenbank

SCIP steht für Substances of Concern In articles as such or in complex objects (Products).

Auf Grundlage der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG wurde von der ECHA (=Europäische Chemikalienagentur) die SCIP-Datenbank entwickelt. Ab dem 5. Januar 2021 sind Unternehmen, die Erzeugnisse mit sogenannten SVHC (Substances of Very High Concern) der REACH-Kandidatenliste in der EU auf den Markt bringen, verpflichtet, Informationen über diese Erzeugnisse an die ECHA zu übermitteln. Konkret geht es um Erzeugnisse, die in der EU hergestellt, vertrieben oder in die EU importiert werden, die SVHC-Stoffe mit einer Konzentration über 0,1 Masseprozent beinhalten.

Beispiele für betroffene Stoffe und Produkte:

  • Blei, beispielsweise in Kupfer- oder Aluminiumlegierungen (Verbindungselemente, Gehäuse, Kabelleitungen,...),
  • Weichmacher (Phthalate), wie etwa DEHP (Kunststoffspritzgussteile, Innen- und Außenverkleidungen, Dichtungen,...),
  • Flammschutzmittel wie DecaBDE (Autositzbezüge, Leiterplatten, Dämmstoffe, Gehäuse von Elektro- und Elektronikgeräten,...),
  • Binde- oder Trennmittel sowie Stabilisatoren wie Dodecamethylcyclohexasiloxan (in Kunststoffen, Papier, Farben, Tinten, Beschichtungen, Reinigungs- und Poliermittel,...)

Eine besondere Herausforderung bedeutet die Meldepflicht für die Elektro- und Elektronikindustrie, weil Leiterplatten – gemäß REACH „Erzeugnisse“ – typischerweise mehrere hundert Bestückpositionen mit einer Vielzahl von elektronischen Komponenten, zum größten Teil mit einem Gewicht von jeweils zwei Milligramm bis fünf Gramm, enthalten. Zudem gibt es aufgrund von „Multiple Sourcing“ oft mehrere Lieferanten pro Bestückposition. Die Automobilindustrie hat zwar mit dem IMDS bereits eine Datenbank, in der mittlerweile 14.000 Stoffe erfasst werden. Allerdings betrifft die SVHC-Meldepflicht alle Branchen und ist tiefergehender und aufwendiger, da die derzeitige IMDS-Struktur nicht nutzbar ist.

Ziel der Datenbank ist es, Abfallwirtschaftsunternehmen darin zu unterstützen, SVHC-haltige Abfälle zu identifizieren und sie besser zu recyceln. Auch für VerbraucherInnen sollen die Informationen zugänglich sein, damit sie beim Einkauf fundierte Entscheidungen treffen und sich bewusst sind, wie sie diese Produkte am besten verwenden und entsorgen. Mit der SCIP-Datenbank soll der Ersatz von besonders besorgniserregenden Stoffen in Produkten gefördert werden.

Seit Frühjahr 2020 ist bereits ein Prototyp der Datenbank online. Hier können Verantwortliche in Unternehmen den Umgang üben und erfahren, welche Daten benötigt werden. Aber Achtung: Alle Daten, die in den Prototypen eingegeben werden, werden im Oktober 2020 gelöscht. Dann soll die erste Vollversion online gehen und Unternehmen können hier vor dem Stichtag im Januar ihre realen Daten eingeben und so die Meldepflicht erfüllen.

Die ECHA hat ein harmonisiertes IUCLID-Format zur Übermittlung der Daten an die SCIP-Datenbank bereitgestellt. Unternehmen benutzen dieses IT-Tool bereits zur Erstellung von Registrierungsdossiers für Chemikalien gemäß der REACH-Verordnung. Auch weitere Systeme sollen über eine Schnittstelle angebunden werden können.

Und jetzt?

Schritt 1:
Finden Sie heraus, ob Ihre Produkte betroffen sind.
Automobilzulieferer, die im IMDS berichten, können dies mittels REACH-Verwendungsnachweis tun.
Sie können auch uns beauftragen, dies für Sie zu analysieren. Einfach unser Online-Formular ausfüllen und ein Angebot anfordern.

Service Anfrage

Schritt 2:
Informieren Sie sich über die Anforderungen der ECHA, wie die Berichterstattung (Notifizierung) in die SCIP-Datenbank erfolgt, indem Sie das – ebenfalls von ECHA – bereitgestellte IT-Tool IUCLID zur Erstellung von SCIP-Dossiers nutzen.
Die Theorie und grundlegende Informationen erhalten Sie in unserer Schulung "SCIP-Datenbank und Berichterstattungspflichten" (Nr. 6180).

Schritt 3:
Beginnen Sie mit dem Sammeln der notwendigen Informationen für die Erstellung der Dossiers sobald als möglich. Denn dies erfordert einige Zeit, bevor dann die Informationen verarbeitet werden können. Anhand der gesammelten Informationen kann dann die Dossier-Erstellung mit IUCLID und die Berichterstattung in die SCIP-Datenbank erfolgen.
Wie dies geht, erfahren und üben Sie in unserer Schulung "SCIP-Datenbank in der Praxis" (Nr. 6181).

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Quellen und weitere Informationen:

https://echa.europa.eu/de/understanding-wfd

https://echa.europa.eu/de/scip-database

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1593503411789&uri=CELEX:32008L0098

https://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/DE/REACH/Erzeugnisse/SCIP-Datenbank/SCIP-Datenbank_node.html

https://www.karlsruhe.ihk.de/innovation/umwelt/chemikalien/reach/scip-datenbank-echa-konkretisiert-zeitplan-4623498

https://www.karlsruhe.ihk.de/innovation/umwelt/abfall/aktuelle-informationen/eu-abfallrahmenrichtlinie-scip-datenbank-zu-svhc-stoffen-im-teil-erzeugnis-4681970

https://kn-law.de/de/aktuelles/mandanteninformationen/die-scip-datenbank-der-echa-herausforderungen-fuer-die-wirtschaft/

https://www.zvei.org/themen/gesellschaft-umwelt/scip-datenbank-ab-5-januar-2021/

https://www.ihk-krefeld.de/de/energie-und-umwelt/chemikalien-und-gefahrenstoffe/reach/scip-datenbank.html

https://eu-recycling.com/Archive/27624

https://www.wvib.de/beratung/themen/umwelt/5104-die-echa-scip-datenbank-kommt-am-5-januar-2021

Adresse

Waschweg 3, 61276 Weilrod, Germany 
E-Mail: info@imds-professional.com
Tel: +49 60 83.91 30-30
Fax: +49 60 83.91 30 930

 

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