Neue GADSL- und ACEA-Updates: Jetzt Datenbestand prüfen

IMDS

Für IMDS-Anwender bedeutet die Aktualisierung der GADSL (Global Automotive Declarable Substance List) und die Anpassung der ACEA Regulatory List vor allem, dass bestehende Materialdaten überprüft und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Beide Listen haben direkten Einfluss darauf, welche Stoffe im IMDS deklarationspflichtig sind und wie OEM die Datenqualität bewerten.

1. Auswirkungen der GADSL-Aktualisierung

Die GADSL wird von der GASG (Global Automotive Stakeholder Group) gepflegt und dient als weltweit anerkannte Grundlage für die Stoffdeklaration in der Automobilindustrie. Änderungen an der GADSL werden regelmäßig in IMDS übernommen.

Die jüngsten Aktualisierungen umfassen unter anderem:

  • Neue Stoffe, die als deklarationspflichtig („D“) aufgenommen wurden.
  • Umklassifizierungen bestehender Stoffe, beispielsweise von „P“ (Prohibited) zu „D/P“ (Declarable/Prohibited unter bestimmten Bedingungen) oder von „D“ zu „D/P“.
  • Zusätzliche Kennzeichnungen für Stoffe, die potenziell als MCCP (Medium Chain Chlorinated Paraffins) eingestuft werden können. Diese Stoffe werden seit September 2025 im IMDS entsprechend gekennzeichnet.

Für IMDS-Anwender bedeutet das:

  • Bestehende MDB können neue Warnungen oder Regelverstöße anzeigen.
  • Der IMDS-Regulation Wizard kann zusätzliche Prüfhinweise liefern.
  • Stoffe, die bisher unkritisch waren, können nun deklarationspflichtig oder priorisiert deklarationspflichtig sein.
  • Lieferantenanfragen zu betroffenen Materialien nehmen erfahrungsgemäß nach solchen Updates zu.

2. Bedeutung der ACEA Regulatory List

Die ACEA Regulatory List ergänzt die GADSL. Sie enthält Stoffe und Stoffgruppen, die regulatorisch relevant sind, auch wenn sie nicht die Kriterien für eine Aufnahme in die GADSL erfüllen. Ein typisches Beispiel sind Stoffgruppen, für die keine vollständigen CAS-Nummernlisten existieren.

Wichtige Konsequenz:

Ein Stoff kann auf der ACEA-Liste stehen, obwohl er nicht auf der GADSL gelistet ist. Wird dieser Stoff tatsächlich in Ihrem Material verwendet, muss er dennoch im IMDS deklariert werden.

Die ACEA-Liste unterstützt insbesondere die Abbildung von:

  • PFAS-Stoffgruppen,
  • PFOA-bezogenen Stoffen,
  • Nonylphenolethoxylaten und
  • weiteren regulatorisch definierten Stofffamilien.

3. Was sollten IMDS-Anwender jetzt konkret tun?

Kurzfristig:

  1. Prüfen, ob neue GADSL-Stoffe in eigenen Materialien enthalten sind.
  2. Den Regulation Wizard für bestehende MDS laufen lassen.
  3. Besonders chlorierte Paraffine (MCCP) und PFAS-bezogene Stoffe überprüfen.
  4. Lieferanten auf mögliche Änderungen anfragen.

Mittelfristig:

  • Interne Stofflisten mit der aktuellen GADSL und ACEA-Liste abgleichen.
  • Screening-Prozesse anpassen.
  • Kritische Stoffe frühzeitig identifizieren, bevor OEM-Ablehnungen oder Compliance-Risiken entstehen.

Fazit

Für IMDS-Anwender ist die GADSL-Aktualisierung weit mehr als eine reine Listenänderung. Sie beeinflusst unmittelbar die Deklarationspflichten im IMDS, die Ergebnisse des Regulation Wizards und letztlich die Akzeptanz von MDS durch OEM. Die ACEA-Liste erweitert diesen Blickwinkel um weitere regulatorisch relevante Stoffe und sollte deshalb bei der Compliance-Prüfung ebenfalls regelmäßig berücksichtigt werden.

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